Äußere Störenfriede und innere Turbulenzen

In diesem Newsletter geht es um pathogene Faktoren, die ein bestehendes Gleichgewicht empfindlich stören können.

Die Rede ist von inneren und äusseren krankmachenden Einflüssen.

 

Ich möchte Euch an das philosophische „Rückgrat“ meines Seminars erinnern:

[img_assist|nid=109|title=|desc=|link=none|align=left|width=300|height=322] „So wie Du denkst, so fühlst Du. Und so wie Du fühlst, so wird Dir gegeben“

 

 

Der Geist regiert die Gefühle. Und diese wiederum regieren den Organismus:

Diese wichtigen Erkenntnisse sind (auch)Thema des „Casanova-Effekt“.

Um daraus auch wirklich den grösstmöglichen Nutzen ziehen zu können, braucht es das Engagement vom Autor des gleichnamigen Buches, Gerhard Schadler.

 

Ich habe seine Seminare besucht. Und bin mir absolut sicher, dass folgendes der Wahrheit entspricht:

 

Wenn ich immer die nötige Anzahl für mich richtiger Gedanken zur Verfügung habe und wenn diese auch die nötige Klarheit und Durchschlagskraft haben, dann werde ich mich immer gut fühlen.

Und dann wird sich (auch) der Organismus dieser Qualität angleichen. Und ich bin immer gesund. Egal welche äusseren Einflüsse es auch immer geben mag .

 

Die andere Seite der Medaille ist, dass nur eine gutgenährte Harmonie von Körper, Geist und Seele die notwendige Fülle an richtigen Gedanken gewährleisten kann. Genug und ausgewogene Nahrung ermöglicht darüberhinaus diesen Gedanken eine kraftvolle, bunte und vor allem klare Gefühlswelt entstehen zu lassen.

 

Ich stelle mir die Organe als „Gefühlspatronen“ eines „Gefühls-Druckers“ vor. Dieser Drucker wird von den Gedanken angesteuert. Und produziert das gewünschte Gefühlsmuster.

Die „Gefühlspatronen“ selbst allerdings erzeugen von sich aus ebenfalls Gefühle.

Sind die „Patronen“ im Gleichgewicht, äussert sich das in Wohlgefühl. Und dieses Wohlgefühl macht die von den Gedanken kommenden Gefühls-Manifestationen eindeutig identifizierbar, ohne „Stör-Gefühle“ sozusagen.

Und die Antworten darauf sind daher ebenfalls klar und deutlich.

 

Aber keiner von Uns ist soweit, das hundertprozentig hinzukriegen.

Daher spielen die pathogenen Faktoren eine mitbestimmende Rolle. Und mit diesen Einflüssen werden wir uns jetzt auseinandersetzten.

 

 


INNERE KRANKHEITSURSACHEN

 

Die Sicht der Inneren(Yin) Organe eben als physisch-emotionale Einfluss-Sphären ist einer der wichtigsten Aspekte der chinesischen Medizin. Hier ist das Konzept von Qi als Manifestation sowohl auf der psychischen als auch auf der physischen Ebene, die gleichzeitig physische, geistige oder emotionale Phänomene entstehen lässt, von zentraler Bedeutung.

Anders als bei der westlich- medizinischen Sicht der Dinge, sind Emotionen als primärer auslösender Krankheitsfaktor schon seit Jahrtausenden dokumentiert .Die chinesische Medizin versteht Emotionen als einen integrierten und untrennbaren Teil der Wirkungssphäre eines inneren Organs.

Genau diese uralten Zusammenhänge haben mir als Beweis dafür gedient, dass Gerhard Schadler’s „Gefühls-Logik“ auf fest zementiertem Boden steht.

Es gibt den Begriff „3 Schätze“ (wurde im Seminar erwähnt).Darunter versteht man die Essenz, Qi und den Geist (Shen) als "Die-Drei-Einigkeit", wobei die Essenz die materielle Basis ist und als Grundlage für ein glückliches ausgewogenes geistiges und vor allem emotionales Leben dient. Und Essenz ist Nieren-Sache. Auch das mit ein Grund, warum sich der nächste Newsletter ausführlich mit den Mustern einer disharmonischen Niere beschäftigt.

Und so ganz am Rande: Kinder, Jugendliche und Frauen sind „nierengesteuert“.

 

Es ist wichtig den Stellenwert der Emotionen richtig zu sehen:

Emotionen sind natürlich unausweichlich, und kein Mensch kann es verhindern manchmal traurig, zornig und bedrückt zu sein. Daher richten sie nie und nimmer Schaden an. Problematisch wird die Sache dann, wenn sie sehr, sehr intensiv und vor allem über einen längeren Zeitraum hinweg bestehen.

Die Organe sind keine Einbahn. Was hinaus kann, kann auch hinein. Und diese hartnäckigen, langwirkenden Emotionen kommen hinein!!

Und auch heraus: als Hinweis auf eine bestehende Disharmonie , als Symptom-ähnlich dem Schmerz.

Das ist letztendlich mit meiner Aussage gemeint, dass nichtharmonische Organe „Störgefühle“ erzeugen.

 

Ein Beispiel dazu. Wieder die Niere:

=>Unruhige, starke Angst kann nach längerer Zeit an die Substanz gehen. Also an die Niere. Und dort manifestiert sich das Ganze als „Leere“. (Fast immer als Yin-Mangel. Aber, wie im nächsten Newsletter beschrieben, hat ein Nieren-Yin Mangel auch immer einen Mangel des Nieren-Yang zur Folge.)

=>Solch eine Nieren-Schwäche, ausgelöst durch z.Bsp. mehrere Schwangerschaften hintereinander, wird einen

Zustand von unruhiger, unbegründeter Angst hervorrufen.

 

Es werden in der TCM zumeist 7 Emotionen in Betracht gezogen. Diese sind breite Kategorien in denen viele zusätzliche Gefühle Platz haben. Aber sie sind alle irgendwie vom gleichen Schlag, von gleichem Grund -Ton.

 

Es sind dies:

  • Zorn
  • Traurigkeit
  • Sorge
  • Nachdenklichkeit
  • Freude
  • Angst
  • Schock

 

Es heisst:

Zorn lässt das Qi aufsteigen und beeinträchtigt die Leber.

Freude verlangsamt den Qi-Fluss und beeinträchtigt das Herz.

Sorge und Nachdenklichkeit „verknoten“ das Qi und beeinträchtigen die Milz.

Traurigkeit zersetzt das Qi und beeinträchtigt die Lunge.

Angst lässt das Qi absteigen und beeinträchtigt die Niere.

Ein Schock zerstreut das Qi und beeinträchtigt Niere und Herz.

 

Die meisten Emotionen können, wenn sie länger andauern, Feuer (Yang) verursachen:

Sie können eine Qi-Stagnation verursachen, und wenn Qi längere Zeit unter Druck gesetzt wird verhält es sie ähnlich wie Gas in einem Kompressor: Die Temperatur steigt.

Deshalb gibt es häufig Hitze-Muster bei Personen, die länger an solchen inneren Turbulenzen laborieren.

Diese so entstandene Hitze kann sich in Leber, Herz und Lunge als Fülle-Hitze niederschlagen.

In der Niere gibt es keine Fülle-Muster. Daher herrscht dort, wir kennen das schon, die Leere - Hitze“.

Die Zunge ist ein verlässlicher Indikator für diese Feuer. Sie wird sich in den betroffenen Arealen (siehe Newsletter 2)

trocken, rot/dunkelrot und gelegentlich auch geschwollen zeigen. Speziell an der Spitze(Herz). Und oft empfindet man das als „Brennen“ (Lunge/Herz).

 

Der Zorn und die Leber

 

Zorn sollte als Begriff sehr weit gesehen werden: Groll, Ärger, Reizbarkeit, Wut, Frustration, Verbitterung….

Das beeinträchtigte Organ dabei ist die Leber (Im Newsletter 5 werden die Leber-Muster ausgiebig beschrieben).

Nur soviel jetzt schon: Als Folge (wie immer: langanhaltender Gefühle obiger Art) kann Qi/Blut-Stase und aufsteigendes Qi folgende Symptome zeigen:

Kopfschmerzen, Tinnitus, Schwindel, Durst, rote Flecken am Hals, gerötetes Gesicht,

bitterer Mundgeschmack.

 

Ausschlaggebend für die „Typisierung“ ist immer die Wurzel eines Zustandes.

Ein Beispiel dazu: Depression erscheint oberflächlich zumeist als Zustand der Trauer. Man erscheint gedämpft, blass und deprimiert. Also nix Feuer oder so.

Aber das täuscht oft. Wenn eher (unterdrückter, ohnmächtiger)Zorn als Traurigkeit die Wurzel des Problems ist, so ist das äussere Bild nur Fassade. Die Wahrheit liegt im Zweifelsfall daher immer auf der Zunge. Diese lügt nie!!

Und offenbart immer die Wurzel eines Zustandes!!

 

Zorn kann in gleicher Weise wie die Leber aber auch Magen und Milz beeinträchtigen.

Stagnierendes Leber-Qi attackiert diese beiden Yin-Organe. („Die Leber macht die Mitte zu“; Le 13 !!)

Ein Zeichen dafür: Der Patient wird zur Essenszeit immer zornig! Ist es nicht verblüffend, wie logisch das ganze System ist? Und wie einfach es ist, manches zu verstehen ?.

 

Die Freude uns das Herz

 

Wie oben ist auch diese Begriff ist sehr weit zu sehen: Es ist auf keinen Fall aber ein Zustand von gesunder Zufriedenheit gemeint. Sondern übermässige Erregung, häufiger „Flow“ und die Sucht danach , andauernde seelische Stimulation (durch Drogen…).

Mädels, kennt Ihr das? : Eine Migräne-Attacke durch plötzliche Erregung, ausgelöst durch eine freudige Nachricht.

Herz-Feuer und/oder Leere Hitze steigen empor. Das Yang ist ja sehr leicht und kann daher nur nach Oben.

Und was ist da oben? Der Kopf.

 

Die Traurigkeit und die Lunge

 

Diese Emotion verhindert, dass Nähr-, und Abwehr Qi nicht frei fliessen können. Hitze sammelt sich an, und löst das Qi auf. Das kommt daher, weil diese Gefühlsgruppe durch Vermittlung des Herzens die Lunge erreicht.

Es heisst: „Traurigkeit macht das Herz verkrampft und unruhig“. Dieses drückt daher gegen den Lungenlappen und

der „Obere Erwärmer „ wird blockiert.

Die Lunge regiert das Qi, Traurigkeit leert es.

Dieser Lungen-Qi Mangel zeigt sich mit:

Atemnot, Müdigkeit, Depression und Weinen.

Bei Frauen auch : Blut-Mangel und Ausbleiben der Menstruation.

 

Die Sorge und die Nachdenklichkeit und die Milz

 

Unter Nachdenklichkeit wird übermässiges Denken, übermässige mentale Arbeit oder zu intensives Lernen verstanden. Ganz Allgemein also um etwas was man nicht loswerden kann.“ Klebriges Zeug“ sozusagen.

Als das schädigt die Milz und verursacht:

Müdigkeit, Appetitverlust und weiche Stühle.

 

Sehr oft zieht ein Milz-Mangel (und der ist ja die Folge) eine Beeinträchtigung der Funktionen des Umwandelns und Transportierens mit sich. Und die Folge davon ist Schleim! und Schleim hat viele Gesichter:

Nieren-,und Gallenlasen-Steine, Knoten im Fettgewebe (das ja auch unter den Begriff „Schleim“ fällt )

und natürlich alles Unreine in Lunge, Mund und Nase .

 

Sorge leert Milz und Lunge und „schnürt“ beide zusammen.

Im Besonderen leert Sorge das Milz-Qi, was im Wesentlichen zu obigen Mustern führt.

Im Falle der Lunge sieht das so aus:

Angstzustände, Atemnot, Schulter-,und Nacken-Verspannungen.

 

 

Die Angst und die Niere

 

Angst leert das Nieren-Qi und lässt das Qi absteigen. Und Nieren-Qi hat mit Essenz zu tun: Die Essenz ist die materielle Basis. Daher hat ein Nieren-Qi Mangel häufig einen Nieren-Yin Mangel mit aufsteigen von leerer Hitze zur Folge:

Hitzegefühle im Gesicht, Nachtschweiss, schneller und starker Herzschlag(Palpitation), trockene Mund- und

Rachenschleimhäute.

 

Der Schock und die kosmische Achse

 

Ein psychischer Schock „reisst“ das Qi in einen Schwebezustand. Und der beeinträchtigt Herz und Niere.

Er leert im Nu das Herz-Qi und kann zu Palpitation, Atemnot und Schlafstörungen führen.

Das Herz beherbergt Shen, den Geist. Und wenn es Ihn nicht festhalten kann, dann…..

 

Es wird aber auch die Niere geschädigt. Der Organismus verwendet die Nieren-Essenz um den plötzlichen Mangel an Qi zu kompensieren:

Nachtschweiss, trockener Mund, Tinnitus und Schwindel.

 


ÄUSSERE KRANKHEITSURSACHEN

Diese sind auf klimatische Bedingungen zurückzuführen.

Als da sind:

  • Wind
  • Kälte
  • Sommer-Hitze
  • Feuchtigkeit
  • Trockenheit
  • Feuer

 

Sie werden als „Die sechs Übermässigen“ bezeichnet und haben einen engen Bezug zu Wetter und Jahreszeiten.

Unter normalen Umständen ist das Wetter keine Bedrohung für unsere Gesundheit. Wenn aber das Gleichgewicht zwischen Körper und Umwelt zusammenbricht wird es zum Krankheitsgrund:

  • zum Einen, wenn dass das Wetter zu extrem (z.Bsp. zu kalt im Sommer, zu warm im Winter) ist.
  • zum Anderen, wenn der Körper in Relation zum klimatischen(!!) Faktor zu schwach ist.

Das heisst, dass man im Allgemeinen nicht sehr schwach sein muss, um von äusseren pathogenen

Faktoren befallen werden zu können. Es reicht, wenn in einer aussergewöhnlichen Situation, zu einem

speziellen Zeitpunkt diese Faktoren stärker als die (Abwehr)Energie sind.

 

Klimafaktoren unterscheiden sich von anderen Krankheitsgründen, als sie sowohl für die Ursachen als auch für die Muster stehen.

Ein Beispiel: Wenn wir feststellen, dass ein bestimmter Zustand durch, sagen wir mal, einen Angriff von „Wind-Hitze“ hervorgerufen wurde, so meinen wir damit zwei Dinge:

  • die äussere „Wind-Hitze“ hat den Zustand verursacht
  • und dieser Angriff manifestiert sich in Form von „Wind-Hitze“

(„Wind-Hitze“ ist also auch ein disharmonisches Muster)

 

Meist wird der zweite Aspekt in unserer „klinischen Arbeit“ verwendet: Zur Beschreibung von Zuständen.

Wir diagnostizieren das Eindringen von äusserer Wind-Hitze wenn Jemand folgende Symptome zeigt:

Halsweh, Niesen, leichtes Schwitzen, Entzündung der Tonsillen, Durst, Abneigung gegen Kälte.

Das heisst, wenn Jemand diese Anzeichen hat, dann handelt es sich um „Wind-Hitze“. Ohne dass wir nachfragen brauchen, ob er nicht vielleicht einem Heissen Wind ausgesetzt war.

 

Klimatische Bedingungen haben also einen direkten Einfluss auf unseren Körper.

Die oben genannten genannten Faktoren dringen über Haut, Nase uns Mund in den Organismus ein.

Wenngleich meist zuerst die Körperoberfläche betroffen ist-also die Haut und die Muskeln, so können doch auch die inneren Organe (= die Yin-Organe) bis zu einem gewissen Grad mit betroffen sein, vor allem dann, wenn in einem davon schon eine Disharmonie besteht.

Und dabei hat jedes Organ eine Abneigung gegen einen speziellen Faktor:

Aus Kapitel 23 von „Reine Fragen“ :

Das Herz verachtet Hitze, die Lunge die Kälte, die Leber den Wind, die Milz die Feuchtigkeit und die Niere verachtet die Trockenheit“

Das heisst, dass jedes Organ seinem Faktor gegenüber besonders empfindlich ist.

 

Jeder der sechs klimatischen Faktoren steht in Beziehung zu einer bestimmten Jahreszeit, während der er vorherrschend ist.

  • Wind => Frühling
  • Hitze=> Sommer
  • Trockenheit= Herbst
  • Kälte=> Winter
  • Feuchtigkeit=> Spätsommer
  • Feuer=> Sommer

 

Es ist auch hier so wie in der gesamten chinesischen Philosophie: Alles ist relativ, also im Verhältnis zu etwas.

Abgesehen davon, dass prinzipiell natürlich jeder der klimatischen Faktoren zu jeder Jahreszeit zum Tragen kommen kann, entscheiden die allgemeinen Lebensumstände mit, welcher Faktor eindringen kann:

  • Das Leben in einem feuchten Haus etwa, wird unabhängig von der Jahreszeit zum Eindringen von Feuchtigkeit führen.
  • Ein Mensch mit Hitze-Neigung wird bei Befall durch Wind sehr wahrscheinlich Hitze-Symptome entwickeln. Einer mit Yang-Mangel hingegen, wird bei gleicher Ursache eher Symptome von Wind-Kälte zeigen (Yang-Mangel ist Energie-Mangel, daher die Kälte…weil ja nicht genug eingeheizt werden kann.)

 

Ist der pathogene Faktor erst einmal in den Körper eingedrungen, so kann er dort sein Wesen ändern.

  • Wind-Kälte und Feuchtigkeit können sich in Hitze verwandeln.
  • Feuer und Hitze können Trockenheit, starke Hitze kann Wind verursachen.

 

Abhilfe bieten die „Manifestationen“ der Faktoren gemäss ihrem Charakter:

  • Wind=> Symptome die schnell entstehen und sich schnell ändern
  • Kälte=> Zieht das Gewebe zusammen und verursacht Schmerz und wässrige Absonderungen
  • Feuchtigkeit=> Führt zu klebrigen, trüben Absonderungen
  • Trockenheit=> Trocknet die Körperflüssigkeiten aus
  • Hitze, Feuer=> Durst und psychische Unruhe

 

Zum Abschluss möchte ich noch die anderen Krankheitsursachen erwähnen, ohne sie zu diskutieren:

  • Schwache Konstitution
  • Überanstrengungen
  • Übermässige sexuelle Aktivität
  • Falsche Ernährung
  • Trauma
  • Parasiten, Vergiftungen
  • Falsche Behandlung